ZWEI TERROIRS, ZWEI ZUNGEN// Lyrik-Lesung inklusive Weinprobe mit Julia Grinberg und Julia Mantel in Eltville-Hattenheim

26. June 2026

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Samstag, 29. August 2026, 18:00 Uhr

Eine Lesung mit Weinprobe: Hattenheim trifft Ningxia
Julia Grinberg & Julia Mantel

Julia Grinberg hat eine besondere Gabe: Im oft skurrilen Moment des Alltags legt sie die Substanz seines Sinns frei. Sie ist im Dazwischen zu Hause – in zwei Sprachen, mit der Unzugehörigkeit als Material. Der chinesische Wein im Rheingauer Keller ist dasselbe Prinzip im Glas: der fremde Gast auf wohlwollendem Boden.

Julia Mantel, die „Wortjongleurin“, lässt das Alltägliche lakonisch kippen. Mit „HORCHDOCHLORCH“ hat sie schon einmal im Rheingau brilliert – zwischen Reben und Erntehelfern. Ihre Marke „Unvermittelbar“ hat sich nicht als Omen entpuppt, sie ist in ganz Deutschland unterwegs.

Die Weinprobe: Hattenheim trifft Ningxia. Zwei Weine des Weinguts im Dialog mit zwei Spitzenweinen aus Ningxia, China.

Sektempfang mit 2019 Auxerrois (über fünf Jahre Flaschengärung); Weinprobe mit 2022 Chardonnay, Mulando Winery und unser 2023 Auxerrois sowie 2019 ‚Pretty Pony‘, Kanaan Winery und unser 2020 Spätburgunder Artist Edition.

Der Ort: Im historischen Riesenfasskeller des VDP-Weinguts Georg Müller Stiftung im Rahmen der Ausstellung ‚What about nature?‘ von Romana Menze-Kuhn

Veranstaltungsort:
Weingut Georg Müller Stiftung
Veranstaltungsraum Historischer Riesenfasskeller
Eberbacher Straße 7 – 9, 65347 Hattenheim im Rheingau

Eintritt inkl. Sektempfang und 4er Weinprobe: € 28; Abendkasse € 35
Anmeldung: info@georg-mueller-stiftung.de

www.georg-mueller-stiftung.de/blogs/kommende-veranstaltungen/zwei-terroirs-zwei-zungen?

Impressionen Nebbiensches Gartenhaus: Zwischen Bisswunden und Unzugehörigkeitn

21. June 2026

19 Gesprächsrunde mit Tamara Labas und Julia Grinberg
18 Gesprächsrunde mit Tamara Labas und Julia Grinberg
37 Julia Mantel liest im Nebbienschen Gartenhaus
47 Julia Mantel liest im Nebbienschen Gartenhaus

Photos: Peter Bretz

Die Jute in Ausbildung

12. June 2026

Ich will
endlich
bald mal
irgendetwas
in der Tasche
haben/

Was soll dann
in der Tasche
sein/

Was had
dann de Babba
in de Tasch/

De Bappa
hadne Flasch
Grabba in de
Tasch/

Ist die Tasche
die Gute
wenigstens
aus Jute/

Nur der Teufel
trägt
bekanntlich
Prada/

& seit wann
versucht sich
hier jemand
in DADA

In ein anderes Blau

4. June 2026

Über das Unglück
der anderen
kann man
sich immer
freuen

vielleicht
aber bereuen
diese Menschen
der Schadenfreude

die sich ein Leben lang
auf der Sonnenseite
des Lebens
in Sicherheit wähnten

eines Tages
dass sie nie
auch nur
ein einziges Mal

engumschlungen
den Blues
tanzen durften.

Perlenkette war gestern

4. June 2026

Der Gedankenstrich
jetzt ist er endgültig weg
radiert zwischen
den Worten
& allen Zusammenhängen

dauernd
stolpere ich
beim Lesen
über seine Lücke
und mache mir
mich verhaspelnd
so meine
Gedanken

doch es
ist nun
zu spät

die Worte
sind inzwischen
nur noch aneinander
gereiht

als wären
sie es bloß wert
aufgezählt
zu werden.

Mittendrin

3. June 2026

Meine Worte
sind verbunden
mit meinem Herzen
und einer
Intuition.

Sie führen
aus dem Ungewissen
auf eine
andere Ebene.

Dennoch
bringen sie
ihr ganz eigenes
Wissen mit.

Hier ist
alles
eine Reise.

Und
ich bin
keine Touristin.

(k)ragen

2. June 2026

ich suche
das weite
das ist wahrscheinlich
ganz meine
kragenweite

auf der weide
ragen
die maulwurfhügel
in den himmel

sie tun
keiner fliege
etwas zu leide

nachtaktive
einzelgänger
innen & außen

erinnern
an früher.

Stimmt

2. June 2026

Zu oft
über den Mund
gefahren

dabei gleich
entmündigt

Wort & Ort
abgeschnitten

Die Stimme
für immer
verstummt

die Stimmung
noch verstimmter.

Wenn Blicke flöten könnten

2. June 2026

Wenn Blicke
auf dir ruhten
ruhten sie sich
dann aus oder
buhten sie
dich aus.

Wenn Blicke
in der Zukunft
flöten könnten
müssten sie
vielleicht
niemanden mehr
töten.

neue töne in rot (synchron)

30. May 2026

die sonne
geht unter
jeden abend
ganz anders

als würde ihr
meist knalliges
spektakel am himmel

jeden gottverdammten
einzelnen tag auf
seine eigene weise
würdigen

eine blutrote
dankbarkeit
zum abschied
über ihn
ausschütten

wieviele zungen tauchen
dabei wohl zeitgleich
jeden abend
verlässlich in rotwein
und verschwinden anschließend
in anderen ebenso
roten mündern

als gäbe es kein halten
und kein morgen mehr.